 Die heutige Landesjugendmeisterschaften im 10-Ball war geprägt von packenden Duellen, viel Spannung und einigen Überraschungen. Der Ablauf heute und am gesamten Wochenendes verlief in einer wunderbar ruhigen und harmonischen Atmosphäre, wobei der Umgang in den Begegnungen hier und da vielleicht sogar ein wenig zu freundschaftlich war. Dennoch gab es an den Tischen sportliche Höchstleistungen zu bestaunen.
U18: Luka Antic bleibt ungeschlagen In dieser Altersklasse bekamen die Zuschauer ein hohes Niveau geboten. Luka Antic krönte sich in dieser Gruppe mit einer makellosen Leistung zum Sieger: In einem anfänglich stark umkämpften Match setzte er sich mit 6:4 gegen Elias Marx durch und dominierte anschließend in seinem zweiten Spiel gegen Henry Spang deutlich mit 6:2. Elias Marx bewies im Anschluss ebenfalls sein Können und sicherte sich einen klaren 6:1-Sieg gegen Henry Spang, welcher heute leider nicht viel ausrichten konnte.
U16: Dominanter Auftritt von Benjamin Hirschberger Die U16-Klasse (Ausspielziel 5 Punkte) stand voll und ganz im Zeichen von Benjamin Hirschberger. Mit enormer Souveränität ließ er seinen Gegnern keine Chance: Er besiegte zunächst Marc Witt mit 5:1 und ließ daraufhin ein perfektes 5:0 gegen Luca Wolk folgen. Marc Witt konnte sich im direkten Duell gegen Luca Wolk mit 5:2 behaupten. Der frisch gebackene U16-Landesjugendmeister Benjamin Hirschberger zeigte an diesem Wochenende nicht nur am Tisch vollen Einsatz: Er musste das Turnier direkt nach seinen Partien verlassen, um äußerst pflichtbewusst bei den Relegationsspielen zur Unterstützung bereitzustehen. Anmerkung: durch seine spielerische Leistung hat er entscheidend dazu beigetragen, dass der Klassenerhalt des BC Stuttgart gelungen ist.
U14: Viel Herzblut, Dramatik und ein magisches Ende Wenn es am vergangenen Wochenende ein Feld gab, das die Zuschauer durch ein wahres Wechselbad der Gefühle schickte, dann war es zweifellos die U14-Klasse. Hier war alles geboten: von rasanten Siegen über nervenaufreibende Marathon-Matches bis hin zu viel Freude und Jubel.
Der unaufhaltsame Champion: Esad Selim Gündüz Einer ließ an diesem Tag jedoch von Beginn an keine Zweifel aufkommen: Esad Selim Gündüz. Er spielte sich in einen regelrechten Rausch und legte einen unfassbaren Durchmarsch hin. Bereits in der ersten Runde setzte er mit einem 4:1 gegen Daniel Cavalleri ein klares Ausrufezeichen. Mit eisernem Fokus dominierte er im Anschluss auch Matthis Meier (4:1) und Markus Schneider (4:1). Selbst in den umkämpften Partien gegen Katharina Schnelle (4:2) und im rasantesten Match des gesamten Turniers – in nur 24 Minuten gegen Alexander Seil (4:2) – blieb er nervenstark und ungeschlagen. Eine meisterhafte Leistung, die ihm den unangefochtenen Spitzenplatz sicherte!
Der jüngste Kämpfer erobert die Herzen: Alexander Seil Für großes Staunen sorgte der erst 7-jährige Alexander Seil. Er startete mit einem unglaublichen Paukenschlag ins Turnier und fegte in der ersten Runde Katharina Schnelle mit einem 4:0-Sieg vom Tisch. Doch ein Turnier verlangt Ausdauer. Nach zwei harten Niederlagen gegen Daniel Cavalleri (1:4) und Markus Schneider (0:4) zeigte der jüngste Teilnehmer in Runde 4 sein absolutes Kämpferherz. Gegen Matthis Meier lieferte er sich einen hochspannenden Nervenkrieg. Ganze 52 Minuten verlief das Spiel hin und her, bis sich Alexander denkbar knapp mit 3:4 geschlagen geben musste. Trotz dieser bitteren Niederlage kämpfte er auch in seinem letzten Match gegen den Turniersieger tapfer weiter – ein Durchhaltevermögen, das den größten Respekt verdient.
Das krönende Finale: Katharinas magischer Moment Die wohl emotionalste Geschichte des gesamten Wochenendes schrieb jedoch Katharina Schnelle. Ihr Turnierweg war zunächst von steilen Bergen und tiefen Tälern geprägt. Nach einem harten 0:4-Start gegen Alexander und einem 1:4 gegen Markus Schneider drohte der Mut zu schwinden. Doch Katharina gab nicht auf. In Runde 3 zeigte sie bereits gegen den späteren Champion Esad Zähne (2:4), bevor sie in Runde 4 gegen Daniel Cavalleri in das absolute Marathon-Match des Turniers ging: Ganze 62 Minuten kämpfte sie um jeden Ball, nur um am Ende unglücklich mit 2:4 zu unterliegen.
Dann brach die 5. Runde an – das allerletzte Match der Veranstaltung. Die Halle war ruhig, der Fokus lag ganz auf dem Tisch, an dem Katharina auf Matthis Meier traf. All der Frust der vorherigen Runden schien wie weggeblasen. 56 Minuten lang spielte sie hochkonzentriert, behielt einen kühlen Kopf und lochte Kugel um Kugel. Als die letzte Kugel fiel und das Ergebnis von 4:1 auf der Anzeigetafel aufleuchtete, brachen alle Dämme. Es war nicht nur der krönende Abschluss eines langen Turniertages, sondern Katharinas allererster Match-Sieg überhaupt. Der Jubel war groß, die Erleichterung greifbar – ein magischer Gänsehautmoment, der genau das verkörpert, was den Billardsport so wunderschön und unvergesslich macht. Ein Moment, der ihr noch lange in Erinnerung bleiben wird!
Den feierlichen Abschluss bildete die Siegerehrung, bei der wunderschöne Pokale auf die jungen Athleten warteten. Geleitet wurde das Turnier von Markus Wiedermann und der Vize-Präsidentin Susi Harbrecht-Berndt, die im Anschluss auch gemeinsam die Trophäen an die strahlenden Sieger überreichten. Wir danken dem BV Pforzheim, dass wir das Vereinsheim nutzen durften und durch den Vorsitzenden Berthold Gillich höchst persönlich lecker bekocht wurden.
Dieses Turnierwochenende hat eindrucksvoll gezeigt: Billard ist weit mehr als nur reine Präzision. Um in diesem Sport erfolgreich zu sein, benötigt man starke Nerven, einen kühlen Kopf und vor allem eines – viel Respekt. Respekt gegenüber dem Spiel, Respekt gegenüber dem Gegner und ganz besonders Respekt gegenüber sich selbst.
Wir gratulieren den Landesjugendmeistern und bedanken uns für ein tolles Wochenende!
Markus Wiedermann
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